Pokémon-Karten online verkaufen: der ehrliche Weg zum richtigen Preis
Was deine Karten wert sind, wo du sie am besten verkaufst und was am Ende wirklich bei dir ankommt, mit echten Zahlen statt Faustregeln.

Wer Pokémon-Karten online verkaufen will, braucht drei Dinge: den echten Marktpreis der Karte, eine ehrliche Zustandsangabe und einen Marktplatz, auf dem Käufer suchen. Auf Trademeup zahlst du 3 % Verkaufsprovision, den Käuferschutz zahlt der Käufer. Bei einer Karte für 100 € bleiben dir also 97 €.
Der Rest dieses Ratgebers erklärt, wie du zu diesen drei Dingen kommst, und welche Fehler beim Verkaufen am meisten Geld kosten.
Zuerst: was ist die Karte überhaupt wert?
Die häufigste Ursache für einen schlechten Verkauf ist ein Preis, der geraten wurde. Drei Zahlen werden dabei regelmäßig verwechselt:
- Der Angebotspreis. Was andere verlangen. Sagt nichts darüber aus, ob jemand das zahlt.
- Der Marktpreis. Was tatsächlich gezahlt wird, über mehrere Handelsplätze hinweg gemittelt.
- Der Preis deines Exemplars. Der Marktpreis gilt für eine ungespielte Karte. Eine gespielte Karte ist deutlich weniger wert, eine gegradete deutlich mehr.
Auf jeder Kartenseite findest du alle drei getrennt: den gewichteten Marktpreis, die Handelsplätze, aus denen er entsteht, und eine Preisleiter, die dieselbe Karte in jedem Zustand und in jeder Grading-Note ausweist. Zahlen, die nur geschätzt sind, tragen ein ≈, damit niemand eine Schätzung für einen Preis hält.
Der Zustand entscheidet über den Preis, nicht die Beschreibung
Die Zustandsskala ist international und knapp:
| Kürzel | Bedeutung | Grober Anhaltspunkt |
|---|---|---|
| MT | Mint | wie aus dem Booster, keine Fehler |
| NM | Near Mint | ein winziger Kantenfehler erlaubt |
| EX | Excellent | leichte Gebrauchsspuren, sauberer Rand |
| GD | Good | sichtbare Kanten, kleine Knicke |
| LP | Light Played | deutliche Spuren, spielbar mit Hülle |
| PL | Played | starke Abnutzung |
| PO | Poor | beschädigt |
Zwei Regeln aus der Praxis: schau die Karte im Streiflicht an, nicht von vorn: Kantenweiß und Kratzer zeigen sich nur so. Und im Zweifel eine Stufe niedriger angeben. Eine als NM verkaufte EX-Karte kostet dich am Ende eine Rückabwicklung und eine Bewertung, eine als EX verkaufte NM-Karte kostet dich ein paar Prozent.
Wo verkaufen? Der ehrliche Vergleich
| Trademeup | Cardmarket | eBay | Lokal | |
|---|---|---|---|---|
| Gebühr für dich | 3 % | 5 % | ~11 % + Einstellgebühren | 0 % |
| Käuferschutz | ja, zahlt der Käufer | Treuhand optional | ja | nein |
| Preisdaten sichtbar | Marktpreis + Verlauf + Grading-Leiter | Preisführer | keine | keine |
| Reichweite | wachsend, EU | sehr groß, EU | sehr groß, weltweit | klein |
Ehrlich gesagt: Cardmarket hat mehr Käufer als wir. Was du bei uns bekommst, ist eine niedrigere Gebühr, ein Preis, dessen Herkunft offen liegt, und ein Käuferschutz, der dich nichts kostet. Bei teuren Karten macht der Gebührenunterschied schnell dreistellige Beträge aus.
In fünf Schritten eingestellt
- Karte suchen. Name, Setcode oder Nummer eingeben. Findet die Suche das falsche Set, prüfe die Nummer unten links auf der Karte.
- Zustand und Sprache angeben. Angeboten werden nur die Sprachen, in denen es diese Karte wirklich gibt. Eine portugiesische Ausgabe, die nie gedruckt wurde, kannst du gar nicht erst auswählen.
- Preis setzen. Das Feld ist mit dem Preis für deinen Zustand vorbelegt, nicht mit dem Preis einer makellosen Karte. Wer schneller verkaufen will, geht ein paar Prozent darunter.
- Fotos machen. Bei allem über 20 € Pflicht in der Praxis: Vorder- und Rückseite, gerade von oben, Tageslicht ohne Blitz. Bei gegradeten Karten die Zertifikatsnummer mit aufs Bild.
- Gewicht angeben. Eine Einzelkarte wiegt rund 4 g; das Porto berechnet sich daraus. Bei versiegelten Produkten musst du das echte Gewicht eintragen, sonst zahlst du beim Versand drauf.
Was am Ende bei dir ankommt
Ein Beispiel mit einer Karte für 100 €:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Verkaufspreis | 100,00 € |
| Provision 3 % | −3,00 € |
| Auszahlung | 97,00 € |
Der Käuferschutz kostet dich nichts: er wird vom Käufer gewählt und vom Käufer bezahlt: 7 %, wenn du privat verkaufst, 5 % bei gewerblichen Verkäufern. Das Geld liegt dann treuhänderisch, bis der Käufer den Empfang bestätigt, spätestens 14 Tage nach zugestellter Lieferung.
Versand: der Punkt, an dem die meisten Verkäufe kippen
- Karte in eine Penny Sleeve, dann in einen Toploader oder zwischen zwei Stück Pappe, dann in einen stabilen Umschlag.
- Ab etwa 30 € Warenwert immer mit Sendungsverfolgung. Ohne Nachweis der Zustellung verlierst du jeden Streitfall.
- Nie lose in einem Briefumschlag. Eine Karte, die geknickt ankommt, ist wertlos.
Häufige Fragen
Lohnt sich Grading vor dem Verkauf? Nur bei Karten, die roh schon dreistellig sind. Das Einsenden kostet rund 25 € plus Versand und dauert Wochen. Auf jeder Kartenseite steht die Rechnung explizit: was die beste Note brächte, abzüglich Provision und Einsendekosten. Ob deine Karte diese Note erreicht, weiß vorher niemand.
Wie schnell verkauft sich eine Karte? Das hängt am Preis, nicht an der Karte. Wer beim Marktpreis einsteigt, wartet; wer 5–10 % darunter geht, verkauft meist innerhalb von Tagen. Auf der Kartenseite siehst du, wie viele Exemplare gerade angeboten und wie viele gesucht werden.
Muss ich Steuern zahlen? Der gelegentliche Verkauf aus der eigenen Sammlung ist in den meisten EU-Ländern kein Gewerbe. Wer regelmäßig ankauft, um zu verkaufen, handelt gewerblich. Ab bestimmten Schwellen melden Marktplätze deine Umsätze automatisch an die Finanzbehörden (DAC7). Im Zweifel: Steuerberater.
Kann ich mehrere Karten zusammen verkaufen? Ja. Ein Käufer, der mehrere deiner Angebote in einen Warenkorb legt, bekommt eine Sendung, für dich also ein Versand statt fünf.
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